Abmahngefahr für Freiberufler: Servus, Whatsapp!

So richtig warm geworden bin ich ja nie mit Whatsapp. Ich komme nämlich aus einer Zeit, als man die eigene Handynummer nur ausgewählten Personen zugänglich machte. Heute braucht man für diese Art von Privatsphäre beinahe einen zweiten, privaten Anschluss. Denn wer sich auf Whatsapp anmeldet, macht damit nicht nur seine eigenen Anschluss quasi öffentlich, sondern nimmt auch gleich seine gesamten Kontakte mit in die ganze Welt – egal, ob diese Kontakte überhaupt ein Whatsapp-Konto nutzen. Von deren Einverständnis ganz zu schweigen. Ohne rechtliche Kontrolle, allein in der Verantwortung eines privaten Unternehmens. Das verstößt auch gegen die aktuelle DSGVO – und bringt uns Unternehmerinnen in potenzielle Schwierigkeiten. Warum das so ist und wie ich damit umgehe, erfahren Sie in diesem Artikel.


Whatsapp ist für viele von uns eines der wichtigsten Kommunikationstools geworden. Nicht nur privat, sondern auch für das Geschäft.

Alleine deshalb, weil  Unternehmerinnen mit Kunden häufig auch persönlichen Kontakt pflegen. Dabei lassen sich Fotos, Zwischeninfos und Terminvereinbarungen ganz bequem austauschen.

Der Nachteil: Alle Rufnummern, Statusmeldungen und Kontaktpunkte sind quasi öffentlich, wie das Unternehmen selber schreibt: „WhatsApp Inc. teilt Informationen weltweit, sowohl intern mit den Facebook-Unternehmen als auch extern mit Unternehmen, Dienstleistern und Partnern und außerdem mit jenen, mit denen du weltweit kommunizierst. Deine Informationen können […] beispielsweise in die USA oder andere Drittländer übertragen oder übermittelt bzw. dort gespeichert und verarbeitet werden.“

Es kann einem schon mulmig werden bei dem Gedanken, das eigene virtuelle Netzwerk sozusagen an einen Datengiganten abzugeben – und die eigene Privatsphäre gleich mit dazu. Zwar werden keine Inhalte ausgelesen. Die App verschafft sich jedoch Zugriff auf das eigene Adressbuch. Und gleicht Rufnummern mit Ihrem Konto bei Facebook ab…

Ob man das selbst nun will oder nicht: Man zieht alle seine Kontakte in eine gigantische, weltweite Netzwerkübersicht mit rein. Auch Menschen, die Whatsapp gar nicht nutzen. Damit liegt ein klarer Verstoß gegen die DSGVO vor. Information, Einwilligung und die Löschung von Daten auf Anforderung sind nämlich die Eckpunkte der neuen Regelungen.

Mein Lösungsvorschlag: Löschen Sie Whatsapp

Klingt extrem? Lässt sich aber leider nicht anders lösen. Außer über einen zweiten Whatsapp-Account mit eigener Rufnummer. Das lässt sich im Alltag aber kaum bewirtschaften, gerade wenn berufliche Kontakte auch zum persönlichen Netzwerk gehören.

Ich bin auf Threema umgestiegen. Meine ID lautet: 4ZCP38DE. Sonst bin ich über den Facebook-Messenger und per eMail zu erreichen.

Realitäts-Check: Whatsapp wird trotz veralteter Technik, kompletter Ignoranz unserer Privatsphäre und Anonymität durch die Vernetzung mit Facebook das Kommunikations-Medium Nummer 1 bleiben. Es sieht derzeit so aus, als ob Unternehmerinnen durch die Verletzung der DSGVO via Whatsapp-Kommunikation mit ihren Kunden saftige Strafen riskieren. Massenhafte Abmahnungen deswegen kann ich mir andererseits kaum vorstellen. Wir dürfen also gespannt sein, wie sich die Sache weiter entwickelt!

 

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