#ausgehetzt: Warum ich kein Mineralwasser mehr trinke und seit 25 Jahren zum ersten Mal wieder auf eine Demo gehe

By 21. Juli 2018Inspiration
ausgehetzt

Für Sonntag ist hier in München eine Demonstration angesetzt, #ausgehetzt ist das Motto, der Gegner klar ausgemacht, nämlich die CSU.

Diese Veranstaltungen finden normalerweise ohne mich statt. Ich halte nicht so viel davon, rumzuquatschen, ohne dem auch Taten folgen zu lassen. Ich halte auch nichts davon, die eine oder andere politische Partei anzugreifen oder zu unterstützen.

Ich glaube stattdessen an die Selbstverantwortung jedes Einzelnen. Ich finde, jeder hat die Verantwortung, das zu tun, was in seiner Macht steht, seien es auch noch so unspektakuläre Schritte.

Bisher habe ich mich ganz auf die Förderung der selbstständigen Tätigkeit von Frauen konzentriert. Als Mitglied der IHK-Vollversammlung und des Arbeitskreises Frau in der Wirtschaft. Als Gründungspräsidentin des Unternehmerinnen Forums e. V. und als Referentin für Unternehmerinnen in Nordafrika und im Mittleren Osten.

Ich trinke außerdem kein Mineralwasser mehr, egal, welches Label draufsteht. Zum einen haben wir in München hervorragendes Leitungswasser. Da scheint mir Wasser aus der Flasche einfach dekadent (von der anstrengenden Logistik mal ganz abgesehen).

Zum anderen finde ich es empörend, dass in Dürre-Regionen wie Südafrika oder Äthiopien Wasser abgezapft und hier in Flaschen serviert wird. Das gefährdet die Lebensgrundlagen der Menschen vor Ort und schürt eine der großen Fluchtursachen.

Die Entschuldigung der Konzerne lautet ja, „wir nehmen ja gar nicht sooo viel Wasser weg“.

Das geht meiner Meinung nach komplett am Thema vorbei. Ziel ist es nämlich, die Herrschaft über ein Grundnahrungsmittel in private Hand zu übernehmen.

Zudem werden Menschen, die bis dato Wasser aus der Leitung tranken, dazu verführt, Wasser aus der Flasche zu kaufen.

Das möchte ich nicht unterstützen, und deshalb verhalte ich mich im Alltag entsprechend.

Am Sonntag gehe ich auf die Straße, weil es um viel geht, wenn nicht um alles. Diesmal macht es Sinn, seine Stimme zu erheben. Es geht um die Grundlagen unseres Zusammenlebens.

Diese bayerische Staatsregierung erinnert mich an ein Fähnchen im Wind. Es fehlt an festen Grundsätzen.

Wichtig scheint im Moment nur der Machterhalt, koste es, was es wolle.

Da reitet man gerne auf der aktuellen Welle, wo der raue Ton den guten Ton ablöst. Aber nicht nur Seehofer, Söder & Co. lassen ein wertschätzendes Miteinander vermissen. Respekt wird von rechts und links, von oben und unten, ignoriert.

Die Regierung nimmt ihre Aufgabe, ein Vorbild sein, überhaupt nicht wahr.

Statt rechtspopulistischer Heftpflaster, die grad mal bis zur Wahl halten sollen, müssen wir doch offen und ehrlich diskutieren, wie wir es mit der Zuwanderung halten wollen. Wie viele Menschen sollen hier leben dürfen? Nach welchen Kriterien wählen wir aus? Wollen wir Leistungszuwanderung? 25 % aller Migranten sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sollen sie bevorzugt bleiben dürfen? Wann muss jemand wieder ausreisen, und wie setzen wir das zuverlässig durch?

OK, diese Fragen tun weh, sind aber nötig.

Denkt nur mal an eine WG: Klar würde man da die Frau aufnehmen, die von ihrem Mann geschlagen wird. Wenn dann aber Monat für Monat vergeht und die neue Mitbewohnerin ihre Miete nicht bezahlt, entsteht Unfrieden. So ist das auch in einer Gesellschaft.

Die Migrationsfrage ist viel zu komplex, als dass wir sie dem Stammhirn überlassen dürften. Fangen wir an, miteinander zu reden und uns wieder respektvoll zu begegnen. Egal, aus welcher Kultur wir kommen.

Die Würde des Menschen ist unantastbar – und dafür gehe ich am Sonntag auf die Straße.

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