Klarheit, Ordnung und Struktur: 6 Tipps gegen zugemüllte Websites

Heute morgen hat mich ein Beitrag auf CNN von Amanda Enayati inspiriert: Sie schreibt über ihre Versuche, mit Müll und Unordnung in ihrem Leben fertig zu werden – ich würde sagen: Mit einem Zuviel an Dingen.

Sie zitiert Minimalismus-Guru Leo Babauto (zenhabits.net) und Ryan Rigoli, einen Lifestyle-Coach aus San Francisco, die sich mit der unnötigen Anhäufung von Dingen beschäftigen. Dahinter stehe entweder ein Anhaften an der Vergangenheit oder Angst vor der Zukunft – und in jedem Fall die Suche nach Freude und Annehmlichkeit, so die beiden Experten.

Wie sieht’s denn auf Ihrer Website aus? Alles klar strukturiert und mit frischen Texten bestückt? Produktbeschreibungen von Anno dunnemal oder aktuelle Produktfotos mit attraktiven Beschreibungen? Fade Auszüge aus Ihrer Firmenbroschüre oder knackige Problemlösungen?

Amanda Enayati beschreibt 6 Schritte für ein Leben mit weniger Krempel und mehr Spaß. Ich habe diese Empfehlungen einmal in Anregungen für die Weiterentwicklung Ihrer Homepage in Internet-Action-Steps übersetzt:

1. Eins nach dem anderen
Bei Leo Babauta heißt das: Kleine Schritte gehen, nicht alles auf einmal. Konzentriere Dich auf eine Oberfläche, ein Regalbrett, den Boden eines Schranks.

Action Point: Für Ihre Homepage bedeutet das: Nehmen Sie sich eine einzige Seite vor. Entweder zum Beispiel die Startseite, oder das Impressum. Finden Ihre Besucher das, was sie sich wünschen? Und wissen sie, was sie als nächstes tun sollen?

2. Alles hat seinen Platz
Die nächste Empfehlung lautet, nur Dinge in seinem Leben zu dulden, die man braucht oder heiß und innig liebt. Und diese Sachen haben dann ihren festen Platz, an den sie sofort nach Gebrauch zurückwandern.

Action Point: Gehen Sie einmal mit den Augen Ihres Besuchers über die Website: Ist die Navigation schlüssig? Ist der Kaufprozess einfach, schnell und einleuchtend? Auf was könnten Sie ganz leicht verzichten, ja: Was hat Sie schon immer gestört? Weg damit!

3. Seien Sie vorsichtig mit dem, was Sie anpacken
Wenn Sie in einem Loch sitzen, hören Sie auf zu graben. Oder anders gesagt: Wenn Sie ohnehin schon zuviel Zeug besitzen, dann hören Sie auf, neues zu kaufen. Achten Sie auf Ihre Ausgaben.

Action Point: Machen Sie doch mal eine Pause. Suchen Sie nicht nach dem nächsten scheinbar sicheren Tipp für eine Topplatzierung bei Google. Analysieren Sie die Leistung Ihrer Website über Tools wie Google Analytics. Denn nur so erfahren Sie, woran es wirklich hapert, statt nach dem Muster „Mehr Desselben“ mit mehr Aufwand unveränderte Ergebnisse zu erwirtschaften.

4. Finden Sie Ihre wunden Punkte heraus
Sowohl Babauta als auch Rigole empfehlen, ein Tagebuch zu führen, um sich der Geschehnisse besser bewusst zu werden. Es geht dabei um Gewohnheiten, Denk- und Verhaltensmuster, die unerwünschte Gefühle und Handlungen nach sich ziehen.

Action Point: Keine Angst, so psychologisch wird es hier nicht. Die Idee der Dokumentation hat mir aber gut gefallen: Schreiben Sie doch einfach mal ein paar Wochen auf, wann und wie Sie sich mit Ihrer Website beschäftigen, welche Ideen Sie gerne umsetzen würden und auf welche Hindernisse Sie dabei stoßen. Notieren Sie, was funktioniert – und was nicht. Daraus können Sie sehr schnell wichtige Handlungsimpulse gewinnen.

5. Wechseln Sie die Perspektive
„Wir haben viele blinde Flecken“, sagt Rigoli. „Holen Sie sich vertrauenswürdige Beratung, jemanden, der Sie objektiv betrachtet. Nicht jemand, der seine eigenen Themen auf Sie projiziert. Dann hören Sie zu und seien Sie offen für Feedback.“

Action Point: Das Gleiche gilt für Ihre Website! Auch, wenn Sie Ihre Internetpräsenz ganz gelungen finden, sollten Sie offen für eine Beratung von außen sein. Lassen Sie sich die richtigen Fragen stellen, denn die Antworten werden wertvoll sein.

6. Fangen Sie an!
„Unser ganzes Leben ist Üben und Praktizieren“, stellt Rigoli fest. „Alles, was Sie immer und immer wieder tun ist Praxis und wird zur Gewohnheit. Das trifft für einen Raucher ebenso zu wie für einen Athleten. Wir gewöhnen uns auf diese Weise an bestimmte Muster.“

Action Point: Recht hat er. Leider funktionieren viele Internetstrategien nach dem Prinzip „Set and forget“, also: Wir lassen uns eine Homepage machen – und kümmern uns dann über Jahre nicht darum. Machen Sie es sich im Gegenteil zur Gewohnheit, sich täglich auf Ihrer Homepage umzusehen, einmal die Woche einen Blogbeitrag zu schreiben und auf das Feedback zu Ihrer Seite sofort zu reagieren. Sie werden sehen, dass Ihnen dann Ihre Website täglich neue Kunden bringt.

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Eingestellt am 17.06.2011 von *Die Webkönigin*
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