Newsletter Marketing in Zeiten der DSGVO – Teil V

DSGVO Newsletter Marketing

Newsletter sind die bösen Buben im Marketing, nicht wahr? Viele fühlen sich belästigt, und das nicht ohne Grund: Schon immer haben unkundige Absender dieses wertvolle Instrument übel missbraucht (und werden dafür nach meiner festen Überzeugung in der Hölle schmoren!). In den letzten Wochen ging dann regelrecht ein eMail-Tsunami über die Inboxen dieses Landes nieder. Von der Liebe zum Schutz unserer Daten war die Rede – abgesendet von Menschen, denen wir nie die Erlaubnis zur Ansprache gegeben haben. Dabei war es schon immer verboten, ohne das explizite Einverständnis, dokumentiert im klassischen Double-Optin-Verfahren, eMails zu verschicken. Was tun, wenn Sie eMail-Adressen haben, über deren rechtlich saubere Verwendbarkeit Sie unsicher sind? Worauf sollten Sie in Zukunft achten? Dazu soll Ihnen dieser Artikel eine Einschätzung geben.

Frage 1: Darf ich Mailchimp weiterhin (oder erstmals) benutzen? Das ist doch ein amerikanischer Anbieter!

Viele Unternehmer hören von Fachleuten, die’s eigentlich besser wissen müssten, genau diese Empfehlung. Fast  möchte man mit Monaco Franze sprechen: „Wenn ich mich nicht auskenne, schweig‘ ich still…“  Mailchimp dürfen Sie selbstverständlich weiter verwenden, wenn Sie einen AV-V abschließen. Wenn Sie allerdings lieber einen deutschsprachigen Service nutzen wollen, gibt es auch hier eine breite Auswahl. Ist also reine Geschmackssache.

Frage 2: Ich hab Visitenkarten gesammelt und die eMail-Adressen in den Verteiler aufgenommen. Was nun?

Keine (rechtlich gültige) Lösung ist es jedenfalls, eine eMail mit der Bitte um Austragung aus Ihrem Verteiler zu versenden und im Fall der Nicht-Reaktion weiter zu verschicken. Hier müssen Sie in den sauren Apfel beißen und Ihre Liste knicken, also bei  Null und von vorne anfangen. Wenn Sie in der Lage sind, in Ihrem System die korrekten Double-optin-Anmeldungen (also die mit angeklicktem Bestätigungslink) zu separieren: sehr gut, diese können Sie auch in Zukunft nutzen.

Frage 3: Stimmt das, dass ich in Zukunft keine Freebie-Downloader mehr in den Newsletter-Verteiler aufnehmen darf?

Korrekt. Das heißt im Juristen-Deutsch „Kopplungsverbot“. Was ich derzeit häufig sehe, ist die Einladung zum Newsletter-Abo, verbunden mit einem „Dankeschön“, also dem klassischen Freebie.

Frage 4: Darf ich denn abfragen, ob der neue Abonnent männlich oder weiblich ist?

Hier ist die Rechtslage noch unsicher. Denn für den Versand Ihres Newsletters ist diese Information nur dann nötig, wenn Sie unterschiedliche Angebote für Männer und Frauen haben. Also zum Beispiel Kosmetikprodukte oder Bekleidung vertreiben. Hier spricht man vom „berechtigten Interesse“ des Anbieters. Das ist ein Begriff, der sich in den nächsten Monaten auskleiden wird – wie so viel rund um die DSGVO!

Frage 5: Was muss ich künftig beachten, wenn ich Anmeldeformulare auf meiner Webseite oder auf Landingpages nutze?

Hier sind die Zeiten der ästhetisch ansprechenden Opt-in-Formulare vorbei. Denn unter jedem Formular müssen Sie künftig angeben, welche Informationen Sie erheben, wozu und wie lange diese gespeichert werden und dass der neue Abonnent jederzeit die Möglichkeit hat, seine Einwilligung zu widerrufen. Am besten, Sie verlinken auch zu Ihrer Datenschutzerklärung auf der Webseite.

Fazit: Im Newsletter-Marketing bleibt bis auf den erforderlichen Auftragsverarbeitungsvertrag (einmalig mit Ihren Newsletter-Provider abzuschließen) und dem Zusatz zum Optin-Formular (wird auch einmalig ausformuliert und dann immer wieder genutzt) alles beim Alten. Das heißt: Schicken Sie interessante Infos nur an die Menschen, die das auch interessiert. Abgestraft sind Sie auch jetzt schon geworden, nämlich durch den Imageverlust bei den Empfängern. Denken Sie daran: Sie selbst haben bestimmt ein, zwei oder drei Newsletter, die Sie richtig gerne lesen. Fragen Sie sich: Warum ist das so? Werden Sie dann zu einem Absender, den die Menschen nicht nur kennen, sondern auch mögen und dem sie vertrauen. Denn das ist das Erfolgsgeheimnis des eMail-Marketings, einem der wichtigsten Tools für erfolgreiche Unternehmer.

 

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