Schnell das Twitter Passwort ändern? Warum das nicht reicht

Twitter Passwort ändern

Anfang Mai ließ eine Nachricht alle Twitter-Nutzer zusammenzucken: Durch einen Software-Fehler waren die Zugangsdaten der User in Klartext gespeichert worden. Alle Nutzer wurden aufgefordert, ihr Twitter Password zu ändern.

Warum die Situation so brenzlig ist, habe ich mal nachgelesen: Üblicherweise werden Passwörter erst in unkenntliche Codes umgerechnet, bevor sie abgespeichert werden. Das Verfahren nennt sich „Hashing“. Damit können externe Hacker und interne Bösewichter keinen Unfug mit dem sensiblen Datenmaterial treiben. Ein weiterer Schutzmechanismus also.

Gute Idee, eigentlich, hat diesmal nur nicht geklappt.

Wenigstens hatte die „monatelange“ Datenpanne (Reuters) keine unmittelbaren Folgen, Hackerangriffe seien nicht verzeichnet worden, so Twitter.

Wir Nutzer sind allerdings eingeladen, umgehend unser Twitter Passwort zu ändern.

Damit ist es keineswegs getan – oder anders formuliert, diese Datenpanne bei Twitter ist ein guter Impuls, unseren oft genug schlampigen Umgang mit Passwörtern abzustellen.

Lieblingsfehler Nr. 1: Wir nutzen dieselben Zugangsdaten für sämtliche Online-Konten
Identitätsdiebstahl kann die krasse Folge sein: Sie können ohne es zu wollen – geschweige denn, zu wissen – zur eMail-Spam-Schleuder werden oder plötzlich eine Rechnung von 15.000 USD für einen Online-Service zugestellt bekommen (wie das einer Kollegin mit ihrem gehackten Account passiert ist). Wollen Sie mal sehen, ob Ihre eMail gehackt wurde? Das Bundesamt für Datensicherheit bietet hier einen Check an.

Lieblingsfehler Nr. 2: Das Passwort ist nicht sicher genug
Der beliebteste Zugangscode der Deutschen lautet 123456. Was erst mal lächerlich klingt, hat oft einen guten Hintergrund: Passwörter werden oft in der Eile, auf dem Weg zum Ziel, vergeben. Das Bundesamt für IT-Sicherheit bietet „Tipps für ein gutes Passwort“ an – hier auf der Seite im Abschnitt „Empfehlungen“.

Lieblingsfehler Nr. 3: Wir haben keinen sicheren Aufbewahrungsort für unser Passwort
Übrigens der häufigste Grund dafür, dass unsichere, aber gut zu erinnernde Zugangscodes verwendet werden… Ich nutze hier das Programm 1Password. Das schlägt mir nicht nur passende, individuelle Zugangsdaten für jede Applikation vor, sondern „merkt“ sie sich auch – herrlich! Ich fand das Investment ausgesprochen lohnend (heute: 2,99 USD/Monat bei jährlicher Abrechnung).

Lieblingsfehler Nr. 4: Sie verzichten auf Zwei-Faktor-Authentifizierung
Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach: Statt den Zugang zu Ihrem Konto nur mit Passwort abzusichern (1 Faktor), nehmen Sie noch einen zweiten hinzu – zum Beispiel einen Codes, den Sie sich per Handy schicken lassen. Eine schöne Übersicht zur Einrichtung von Zwei-Faktor-Authentifizierungen haben die Kollegen von t3n erstellt.

Fazit: 

Mit Sicherheitspannen müssen wir leben. Mit Hackern und Datendieben ebenfalls. Allerdings können wir viel dafür tun, das Ausmaß zu begrenzen und unbefugten Zugriff auf unsere Daten zu erschweren. Dazu gehören individuelle, sichere Passwörter, gut geschützt aufbewahrt, und die Zwei-Faktor-Authentifizierung unserer Anmeldedaten auf Online-Plattformen. 

 

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