Wofür ich mich herzlich gerne engagiere – zum Tag des Ehrenamts

By 6. Dezember 2017Marketing

Gestern war der Internationale Tag des Ehrenamtes. Das nehme ich einfach mal zum Anlass, Ihnen meine gesellschaftlichen Engagements vorzustellen und über die Gründe dafür zu schreiben. Mein Fokus liegt seit langem auf der Unterstützung weiblicher Wirtschaftstätigkeit. Denn Frauen sind geborene Unternehmerinnen! Wir gründen zwar kleiner, vorsichtiger und sehr mit dem Wunsch, Gutes in die Welt zu tragen. Unsere männlichen Kollegen trauen sich da einfach mehr zu und sind eher durch eine Gewinnerzielungsabsicht motiviert. Aber: Weiblich gegründete Unternehmen sind oft erfolgreicher und langlebiger.

Aus ganzem Herzen möchte ich deshalb Frauen dabei unterstützen, ihre Fähigkeiten und Talente noch intensiver einzusetzen, um ihr Traumgeschäft zu bauen.

Von meinen Leserinnen weiß ich, dass sie ein großes Herz haben und sich vielfältig engagieren. Ich fänd’s richtig schön, wenn Sie in den Kommentaren zu diesem Beitrag Ihre eigenen Aktivitäten vorstellen. Dann können wir gemeinsam das bunte, wertvolle Bild abbilden von dem, wie umfassend sich Unternehmerinnen für andere einsetzen und welche Möglichkeiten es für Interessierte gibt. Sind Sie dabei?

Ich fange grad mal an:

1. Mitglied in der Vollversammlung und Prüferin für die beruflichen Ausbildungsabschlüsse im kaufmännischen Bereich, IHK für München und Oberbayern

Wie kam’s dazu? Die Wurzeln der Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer München reichen lange zurück: Seit der Gründung meines Netzwerkes, des Ingolstädter Unternehmerinnen Forums, haben uns die IHK-Geschäftsstellenleiterin Elke Christian und ihre Vorgängerin Helga Hieblinger mit Herz, strategischem Verstand und vielen Kontaktempfehlungen so wirksam unterstützt. Heute sind wir im Netzwerk 100 Mitglieder und werden längst als feste Größe der Ingolstädter Wirtschaftsszene wahrgenommen – was für ein wunderbarer Erfolg. Ohne die starken Power-Frauen der IHK (und ihre männlichen Kollegen) wäre das nicht möglich gewesen. Lasst Euch dafür von Herzen danken! Klar, dass ich mich da nicht zweimal habe bitten lassen, als Prüfer für die kaufmännischen Abschlussprüfungen berufen wurden… Allein die Einladung zur Wahlbewerbung für die Vollversammlung habe ich zweimal vorbei streichen lassen, bevor ich mich 2016 um ein Mandat bewarb und auch gewählt wurde.

Warum schenke ich meine Zeit? Netzwerken bedeutet zunächst einmal, zu geben, ohne eine direkte Gegenleistung zu erwarten. Der Lohn kommt dann häufig aus ganz unerwarteter Richtung. So habe ich bei der Gründung unseres Unternehmerinnen Forums viel Zeit investiert, um für die Ingolstädter Selbstständigen Frauen eine Plattform zu schaffen. Die Belohnung kam dann in Form der Unterstützung durch die örtliche Handelskammer-Gremium. Wunderbar! Als IHK-Prüferin freue ich mich, weil ich unser duales Ausbildungssystem als wirklich wertvolle Errungenschaft betrachte, um die uns die ganze Welt beneidet. Ich bilde selbst nicht aus, kann aber als Prüferin trotzdem was tun. Lieber wenig machen, als ganz viel träumen! Mitglied der IHK-Vollversammlung bin ich seit der Wahl im Frühjahr 2016. Besonders stolz dürfen wir Unternehmerinnen in München und Oberbayern darüber sein, dass wir mittlerweile einen Frauenanteil von etwa einem Drittel erzielt haben. Danke an dieser Stelle an unsere Kölner Kolleginnen, die Vorreiterinnen waren und speziell mich immer sehr dazu inspiriert haben, mit ganzer Kraft an einem höheren Frauenanteil zu arbeiten. Das bedeutet jetzt, dass wir weiblichen Vollversammlungsmitglieder daran mitarbeiten können, die Interessen von Unternehmerinnen gegenüber Gesellschaft und Politik zu vertreten. Als Mitglied des IHK-Arbeitskreises Frau und Wirtschaft erarbeiten wir Themen, die die Sichtbarkeit von Unternehmerinnen stärken, ganz im Sinne der IHK-Werte, die ich voll unterstütze: Eigenverantwortung, Leistungsstärke, Engagement und Zukunftsorientierung.

2. Initiatorin und Gründungspräsidentin, Unternehmerinnen Forum e. V. Ingolstadt

Wie kam’s dazu? Im September 2003 habe ich zum ersten Netzwerkfrühstück für Unternehmerinnen in Ingolstadt eingeladen. Als Startschuss für ein Projekt, das ich schon viele Jahre in der Schublade gehütet hatte. Ich war schon lange Mitglied beim Woman’s Businessclub von Monika Scheddin in München gewesen. Weibliches Netzwerken hat mich seitdem begeistert. Meine Überlegung: Warum sollen wir Unternehmerinnen immer nach München fahren, um sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen? Das sollte doch auch in Ingolstadt möglich sein, habe ich mir gedacht, wo es im Großraum immerhin etwa 1.500 weibliche Inhaberinnen gibt. Allerdings hat es zwischen dem ersten Gedanken und der Umsetzung doch noch einige Jahre gedauert. Der Grund: Ich hatte Angst, mit diesem Herzensprojekt zu scheitern. Eine Begegnung mit Heinz Stöckl, seines Zeichens Mentor der Aktivsenioren Ingolstadt, hat dann die Initialzündung für die Gründung gegeben. Ihm habe ich meine Idee vorgestellt, er war begeistert und hat mir eindringlich geraten: „Macha S’ es!“. Der Rest ist Geschichte…

Warum schenke ich meine Zeit? Seit einigen Jahren bin ich nicht mehr im aktiven Tagesgeschäft involviert, sondern begleite die wunderbaren Vorstandsfrauen mit meinem Rat, wo er gewünscht wird. Unternehmerin zu sein bedeutet, aus einer bestimmten Menge an Ressourcen (Talent, Zeit, Geld und Fleiß) mehr zu machen. Das funktioniert nur in der Zusammenarbeit mit anderen Menschen, ob das Mitarbeiter, Zulieferer oder Kunden sind. Und dabei sind gute Kontakte, viel Selbstvertrauen und der Austausch mit anderen Unternehmerinnen wichtig. Genau das finden unsere Mitglieder bei Frühstücken, Vorträgen und auf unseren Präsenzen online (Webseite, Facebook). Obwohl es sich manchmal so anfühlt: Als Unternehmerin ist man damit nicht mehr allein, und dafür engagiere ich mich gern.

3. Mentorin beim TWIN-Netzwerk der Käte Ahlmann Stiftung

Wie kam’s dazu? Als Präsidentin des Unternehmerinnen Forums hatte ich einen großen Traum: Ich wollte, dass sich die meist in kleinen, regionalen Netzwerken organisierten Frauen bundesweit vernetzen. Deshalb habe ich das Gespräch mit dem VdU-Vorstand (Verband deutscher Unternehmerinnen) gesucht, damals mit der wunderbaren Vorstandsfrau Hannelore Scheele. Dabei habe ich auch die Käte Ahlmann Stiftung kennengelernt. Das ist die einzige gemeinnützige Stiftung Deutschlands, die hochwertiges, exklusives Mentoring in der Existenzsicherungs- und Wachstumsphase anbietet. Mittlerweile ist ein phantastisches Netzwerk von erfahrenen Mentorinnen und ihren Mentees entstanden, das immer wieder interessante Fortbildungsveranstaltungen anbietet.

Warum schenke ich meine Zeit? TWIN steht für TwoWomenWin. Genau das begeistert mich. Es macht Spaß, die eigene Erfahrung weiterzugeben und zu erleben, mit welcher Begeisterung junge Unternehmerinnen das Abenteuer Selbstständigkeit angehen. Denn auch ich habe alles, was ich weiß, von anderen Menschen gelernt. Von Kollegen, Lehrern und erfahrenen Unternehmern.

Wie sieht Ihr gesellschaftliches Engagement aus? Wo schenken Sie Ihre Zeit, weil Ihnen der gute Zweck am Herzen liegt? Ich freue mich auf Ihren Kommentar!