Ist das Business, oder kann das weg? Warum Du Ballast abwerfen darfst, um noch erfolgreicher zu sein

Wenn ich mich so umhöre (und auf mein eigenes Unternehmen schaue), dann fällt mir auf: Allzuoft lassen wir uns auf dem Weg zum weiteren Erfolg aufhalten. Von Menschen, Dingen und Gedanken, die nun wirklich nichts mit dem Business zu tun haben. Was kann eigentlich weg, wie es so schön heißt, weil es Dich behindert? Ich hab hier mal eine – wahrscheinlich unvollständige – Liste aufgeschrieben:

  1. Ängste und Bedenken vor der Selbstvermarktung
  2. Leute, die einen schlecht machen und runterziehen
  3. Schlechte Angewohnheiten
  4. Zeitdruck
  5. Im wörtlichen Sinne: Ballast abwerfen


    1. Selbstvermarktung – Ängste und Bedenken

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein großer Fan von Lifestreaming, also zum Beispiel des Dienstes Facebook Live, bin. Ich werde auch häufig angesprochen, wie gut das anderen gefällt. Allerdings häufig mit dem Zusatz: „Also für mich wäre das ja nichts!“. Die meisten Unternehmerkollegen schüttelt’s beim schieren Gedanken an Videomarketing, ganz zu schweigen vom Livevideo. 

Das kann ich übrigens sehr gut nachvollziehen! Noch vor zwei Jahren ging’s mir selber so. Dann habe ich diese Bedenken losgelassen und mich vor die Kamera gesetzt. Immer häufiger nutze ich mittlerweile die phantastische Gelegenheit, die uns das Livestreaming schenkt. Ist mir das leicht gefallen? Auf keinen Fall! Ich bin ein introvertierter Mensch, der nach intensiven Arbeitsphasen mit Menschen genauso intensive Auszeiten mit sich alleine braucht.

Warum also Video? Weil es das Vermarktungsmedium der Zukunft sein wird. Weil es bald die Möglichkeit geben wird, vom Facebook-Messenger aus einen reinen Video-Stream anzufordern – kurzum: Video ist keine nette Spielerei mehr, sondern ein Muss für alle, die sich vermarkten wollen (oder müssen).

Let it go:

Mach doch mal ein Top-Secret-Video-Projekt: Du drehst ein ganz geheimes Business-Video, das Du zunächst niemandem zeigst. Nur so für Dich. Frage Dich bitte: Was würde ich meinen Kunden am liebsten sagen, weil ich das für so wichtig halte und weil es so oft falsch gemacht wird? Dann schalte die Video-Kamera Deines Handys ein und sprich 2 oder 3 Minuten zu diesem Thema – fertig!

Teil 2 der Übung: Zeig dieses Video jemandem, der Dich gut kennt und lass Dich von seinem oder ihrem Feedback angenehm überraschen! 

2. Leute, die einen runterziehen


Bette Middler hat mal gesagt: 
„In the early ’70s I used to read all the reviews, and at one point I was so devastated by something that someone had written about me that I couldn’t sing. Literally, my throat closed up, and it took me a long time to get my voice back. I decided I would make my own mistakes and I didn’t need an outside person to explain to me what it was I was doing wrong.“

Kennst Du auch solche Menschen, die jedes Lob in eine kritische Anmerkung verpacken? Die Deine geleistete Arbeit kritisieren, aber selber an der Stelle nichts vorzuweisen haben?

Let it go:

Noch vor ein paar Jahren wäre ich darüber wirklich am Boden zerstört gewesen. Heute gehe ich anders damit um. Zum einen weiß ich natürlich: Wer viel macht, macht sich auch angreifbar. Eben weil es einen „Body of Work“ von mir gibt, also zahlreiche Arbeiten, die man natürlich kritisieren kann. Zum anderen weiß ich auch: Es kritisiert vor allem der, der selber gerne noch mehr PS auf die Straße bringen würde. Weil aber in jeder Kritik ein Funken Wahrheit steckt, höre ich ganz genau zu – und setze um, was mir sinnvoll scheint.

3. Schlechte Angewohnheiten


Jeden Morgen aktiviere ich als erste „Amtshandlung“ im Büro die App SelfControl. (Aufschieberinnen mit Android-Gerät werden hier fündig): Sie blockiert bis zum vorgesehenen Arbeitsende meine Lieblings-News- und Gossipseiten im Internet.

Warum? Na, weil ich die Angewohnheit habe, mich beim Texten und Konzepten mit Spaziergängen durch’s Web nicht nur zu belohnen, sondern wirksam abzulenken. Ich vertraue nicht darauf, diese schlechte Gewohnheit allein mit Willenskraft zu besiegen, sondern nutze die Technik dafür.

Eine weitere schlechte Gewohnheit von mir: Hyper-Multi-Tasking. Das erkennt der geschulte Beobachter nicht nur an den zahlreichen geöffneten Tabs meines Browsers. Ich springe auch zwischen zahlreichen Tätigkeiten hin und her – am Schluss habe ich dann viele halbfertige Projekte, aber nicht wirklich etwas, das ich vorzeigen könnte. Diesem Verhalten rücke ich mit einer guten Angewohnheit auf den Leib, nämlich mit dem Aufschreiben von Tätigkeiten. Nicht nur in Form einer To-Do-Liste, sondern vor allem auch einer „Done“-Liste, wo ich alles Geleistete, Geschenkte und günstige Fügungen notiere. 

Let it go: Werde Dir zunächst darüber bewusst, welche Deiner Gewohnheiten Dich im Business zurückhalten und rücke ihnen mit Achtsamkeit zu Leibe – der amerikanische Psychiater Judson Brewer hat dafür eine spannende Methode entwickelt. Tipp: Schau Dir auch die Businessleute an, die Du (heimlich) bewunderst. Was machen täglich anders? Welche Gewohnheiten kannst Du Dir dort abschauen, bei Dir verändern oder Dir neu angewöhnen?

4. Zeitdruck


Beim letzten Oktoberfest war ich zu einem exklusiven Frühstücks-Networking-Event für Damen eingeladen. Nach dem offiziellen Ende um die Mittagszeit waren plötzlich die meisten Teilnehmerinnen verschwunden  – bis auf ein paar Handvoll, die anschließend die Zeit nutzten, um Geschäfte zu machen und Verbindungen zu festigen. Ich selbst habe mir zwei Vorträge, eine Interessentin und einen guten Kontakt zu einem führenden Wirtschaftsmagazin gesichert – in der After-Hour. Ich hatte mir bewusst für den Nachmittag nichts mehr vorgenommen, um flexibel zu sein (wobei ich mich insgesamt weitestgehend vom Zeitdruck verabschiedet habe, aber dazu an anderer Stelle einmal mehr).

Let it go:

Wenn Du zu einem Event gehst, bitte komm rechtzeitig, also eine Viertelstunde vorher, und bleibe, wenn möglich, mit wichtigen und interessanten Menschen auch anschließend im Gespräch. Überlege Dir insgesamt, ob Du nicht langsamer, aber gründlicher machen kannst.

5. Im wörtlichen Sinn: Ballast abwerfen


Letzte Woche habe ich mein ohnehin aufgeräumtes Büro noch weiter verschlankt: Eine große, inzwischen etwas verwucherte Pflanze musste die Geldecke links oben verlassen. Mein Büroregal – jedes Büro braucht doch ein Regal, richtig? – war wegen vorausgegangener Magic-Cleaning-Aktionen halbleer. Also raus damit und rein mit dem kniehohen Regal, auf dem der Drucker, Papier und ein paar wenige Bücher stehen.

Das Büro ist Deine Schaltzentrale im Business. Unaufgeräumtes, Veraltetes, Kaputtes wirkt sich unmittelbar auf Deinen geschäftlichen Erfolg aus.

Let it go:

Schau Dich doch gleich mal in Deinem Büro um. Wie würde Dein Office auf einen Besucher wirken? Auch, wenn Du schon zufrieden bist: Probiere aus, alles rauszuwerfen, was Du nicht (mehr) brauchst – unter Beachtung der gesetzlichen Aufbewahrungsfristen natürlich. An- aber nie zu Ende gelesene Bücher, Projektunterlagen von Kunden, für die Du längst nicht mehr tätig bist – Du wirst sehen, dass sich durch’s Loslassen eine große Leichtigkeit breitmacht, die sich sofort auf Deine Umsätze auswirken dürfte. Bei mir kam just am nächsten Tag die Buchung für eine Serie von Keynotes mit einem Umsatz im fünfstelligen Bereich ins Haus. Zufall? 

Fazit: Jedes Business hat so seine unlösbaren Probleme, richtig? Falsch! Klar, es gibt Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Aber gerade Probleme, die unüberwindbar erscheinen oder uns schon lange begegnen, sind meist hausgemacht. Die vorgestellten Gedanken sollen dazu beitragen, dass Du den Grip der Probleme ein wenig lockern kannst, um mit einer neuen Sicht der Dinge auch zu neuen Handlungen und Strategien zu kommen. Hab viel Spaß dabei!

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